CDU-geführte Mehrheitskoalition erteilt Senioren in Kerpen eine Abfuhr

In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr wurde das geplante Seniorendorf im letzten Bauabschnitt des Vogelrutherfeldes erneut von der CDU-geführten Mehrheitskoalition abgelehnt.

Im Verlauf der Sitzung zu diesem Tagesordnungspunkt kamen sowohl die Interessenten für diese Wohnform im Genossenschaftsmodell zu Wort, als auch der Initiator selbst. Es wurde von deren Seite, wie auch von der SPD, leidenschaftlich dafür geworben, dieses Projekt umzusetzen.

Alle Logik und demographische Argumente halfen jedoch nicht, die Blockadehaltung der CDU, FDP, BBK/Piraten aufzulösen.

Hinzu kam, dass noch während der Diskussion ein Ergänzungsantrag der FDP zur Vorlage der Stadt gestellt wurde, welcher in die Beschlussfassung vom Ausschussvorsitzenden Herrn Ripp miteingearbeitet wurde.

Die Tatsache, dass die Vorlage der Stadt erst am Wochenende den Ausschussmitgliedern zur Verfügung gestellt wurde und der FDP-Ergänzungsantrag die Beschlussfassung verändert hat, hat bei SPD, Linken und Grünen zu Beratungsbedarf geführt und man hatte beantragt, die Beschlussfassung in den Rat zu verschieben. Doch auch dies wurde abgelehnt und der Ausschussvorsitzende Ripp überging einfach die weiteren Einwände.

„So agiert, wer etwas nicht will. Es ist eine Frechheit, denn bisher war es Usus, dass bei Anmeldung von Beratungsbedarf diesem auch stattgegeben wird, erst recht, wenn kurz vor Beschlussfassung ein neuer Ergänzungsantrag gestellt wird“, so der SPD Fraktionsvorsitzende der SPD. Lipp erklärt weiter: „Diese Fläche ist die einzige in Kerpen, wo ein solches Projekt hätte umgesetzt werden können. Bei der immer älter werdenden Gesellschaft ist der Handlungsbedarf offensichtlich, die Mehrheitskoalition verschließt dabei aber die Augen. Das ist ein Faustschlag ins Gesicht unserer Seniorinnen und Senioren und lässt die Absicht der Interessenten nach einem gemeinsamen, altengerechten und barrierefreien Wohnen platzen.“

Selbst die Plädoyers des Senioren- und des Behindertenbeirates wurden so von CDU, FDP und BBK/Piraten vom Tisch gewischt.

„Für die Kerpenerinnen und Kerpener bedeutet dies im Alter: Wer alleine im eignen Haus nicht mehr klar kommt, muss sich adäquate gemeinschaftliche Wohnmöglichkeiten außerhalb von Kerpen suchen, denn diese Menschen sind von CDU, FDP und BBK/Piraten in unserer Stadt nicht erwünscht.“, zeigt sich Lipp enttäuscht. Von volkswirtschaftlicher Weitsicht kann bei vorgenannten Parteien wahrlich nicht die Rede sein.

Andreas Lipp
Fraktionsvorsitzender

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