Bewässerungskonzept für städtische Straßenbäume im öffentlichen Verkehrsraum

Bewässerungskonzept für städtische Straßenbäume im öffentlichen Verkehrsraum

Antrag für die Sitzung des Umweltausschusses am 02.06.2020

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die SPD-Fraktion beantragt die Aufnahme des Tagesordnungspunktes „Bewässerungskonzept für städtische Straßenbäume im öffentlichen Verkehrsraum“ für die Sitzung des Umweltausschusses am 02.06.2020. Folgender Beschlussvorschlag soll zur Abstimmung gestellt werden:

„Die Verwaltung wird beauftragt ein Bewässerungskonzept für die städtischen Bäume im öffentlichen Verkehrsraum ab 2020 unter Einbeziehung der Komponenten

  • städtische Mitarbeiter*innen (insbesondere Bauhofbereich)
  • Bürgerschaft (z. B. Baumpaten)
  • sonstige personelle Möglichkeiten, welche nach Meinung der Verwaltung greifen könnten

zu erarbeiten und in der Umweltausschusssitzung am 18.08.2020 vorzustellen.

Sollte die Verwaltung nicht die nötigen Ressourcen haben, erwarten wir am 02.06.2020 eine Vorstellung, wie dies extern vergeben und finanziert werden könnte.

Weiter möge dabei berücksichtigt werden, dass zukünftig die Arten von Bäumen in Kerpen gepflanzt werden, welche mehr klimaresistent sind. Hierzu ist die Baumschutzsatzung ggfs. anzupassen. Dafür wird ein entsprechender Antrag der SPD folgen. Damit jedoch das Rad nicht neu erfunden wird, könnte die Stadt sich mit dem Grünflächenamt der Stadt Köln in Verbindung setzen. Diese führt diesbezüglich bereits seit geraumer Zeit Versuche und Untersuchungen durch. Ggfs. kann die Kolpingstadt diesem Projekt beitre-ten und so an den Erprobungen und Erfahrungen teilhaben.“

Begründung:

In der Umweltausschusssitzung am 04.06.2019/TOP 10 (Drs.-Nr. 339.19) hatte die Verwaltung mitgeteilt, dass seit Anfang 2018 nahezu alle städtischen Bäume in einem Baumkataster erfasst sind und ihre Gesamtzahl mit rd. 21.400 (rd. 15.300 Einzelbäume + rd. 6.100 Bäume in Baumbestandsflächen) beziffert. Diese Bäume haben einen enormen wichtigen ökologischen und ökonomischen Wert, insbesondere jetzt und in Zukunft in Zeiten des begonnenen Klimawandels mit seinen negativen Auswirkungen auf Fauna, Flora und Menschen. Es ist daher wichtig, diesen Baumbestand zu schützen, zu erhalten und auszubauen. Der Januar 2020 ist laut Meteorologen der nächste Rekordmonat seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen und reiht sich nahtlos ein in den weltweiten Erwärmungsprozess mit den „Hitze-Spitzen“ in den Sommern 2018 und 2019. Grundsätzlich gehen weltweit alle Wissenschaftler*innen davon aus, dass sich dieser Negativtrend fortsetzen wird. Hinzu kommt der Trend zu geringeren jährlichen Niederschlagsmengen, die auch zu einer defizitären Entwicklung unserer Grundwasserbestände und damit der Trink- und Brauchwasserversorgung führen. Diese Entwicklung würde in ihrer Gesamtheit bedeuten, dass die bereits in 2018 und 2019 laut Verwaltung feststellbaren klimabedingt eingetretenen Verluste bei den städtischen Straßenbäumen im öffentlichen Verkehrsraum voraussichtlich weiter zunehmen werden, wenn nicht rechtzeitig in geeigneter Weise gegengesteuert wird. Es müsste daher eine ständige Aufgabe der Kolpingstadt Kerpen sein, bzw. werden, mit geeigneten Maßnahmen und entsprechenden ausreichenden Ressourcen rechtzeitig und dauerhaft tätig zu sein, wie dies auch bereits in einer Reihe von Fällen z. B. in 2019 geschehen ist. Jeder Verlust an Straßenbäumen führt zu negativen Auswirkungen, beispielsweise bei den für Menschen wichtigen Baum-Schutzfunktionen CO²-Bindung, Sauerstoffproduktion, Staubbindung, Schattenbildung, Temperaturminderung, Lärmschutz, optischer Wohlfühleffekt.

Angesichts der zu erwartenden weiteren Verschärfung auch unserer lokalen Klimasituation mit den Stichworten „Hitze“ und „Wassermangel“ muss schleunigst gehandelt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Lipp
Fraktionsvorsitzender

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