Kerpener Schulsekretariate als Brennpunkt

PRESSEMITTEILUNG

In der letzten Ratssitzung wurde durch die Verwaltung vorgetragen, dass an den Kerpener Schulen  ein notwendiger Personalbedarf von insgesamt 0,49 Stellen nach EG 6 TVöD besteht.

Dieser wurde im Rahmen einer Überprüfung des Stellenbedarfs auf Basis eines Aufgabenkataloges der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement vorgenommen. Zusätzlich wurden individuelle Gespräche mit jedem Schulsekretariat geführt, um die individuellen Belastungen und Besonderheiten zu berücksichtigen. Es wurde dabei deutlich, dass die Aufgaben in den Sekretariaten, neben den originären Aufgaben, durch stetig ändernde Vorschriften und neue Projekte geprägt sind. Außerdem wird in den Schulsekretariaten zwischenzeitlich ein großer Anteil an Sachbearbeitung durchgeführt, wie z.B. Haushaltssachbearbeitung, Bestellwesen sowie Kontoführung. Gleichzeitig ist das Schulsekretariat Anlaufstelle für Schüler, Eltern und Lehrer, so dass eine hohe Frequentierung mit unterschiedlichsten Belangen zu verschiedenen Zeiten im Sekretariat aufkommt.

„Wenn aus den Schulsekretariaten für das erste Halbjahr 2016 Überstundennachweise von ca. 400 Stunden bei der Verwaltung auflaufen, ist hier klarer Handlungsbedarf durch Verwaltung und Politik notwendig“ so  Schulausschussvorsitzender Torsten Bielan. Der notwendige Stellenmehrbedarf ist hier deutlich sichtbar. Besonders betroffen sind dabei die Ulrichschule mit -0,21, Mühlenfeldschule -0,14, Martinusschule -0,13, Adolph-Kolping-Schule -0,1 und die Clemensschule mit -0,07 Stelleneinheiten. Die Anpassung des Stellenbedarfs ist auch deshalb so wichtig, da nicht unerhebliche, teilweise längerfristige, krankheitsbedingte Personalausfälle in den Schulsekretariaten vorliegen. Ein von den Schulleitungen in 2015 geforderter Vertreterpool ist bis heute auch noch nicht umgesetzt.

Trotz dieser klaren Faktenlage und Argumente hat die CDU-Mehrheitskoalition mit der Stimme des Bürgermeisters beschlossen, die akuten Probleme, wie bereits im letzten Jahr,  in die Haushaltsberatungen für das Folgejahr zu verschieben. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Schulsekretariaten, die bei EG 6 schon jetzt mit vielen Überstunden an der Belastungsgrenze arbeiten“, so Torsten Bielan. „Die Überstunden werden sich weiter erhöhen und ich prognostiziere eine Erhöhung des Krankenstandes bei diesen Arbeitsbedingungen“.  Wie so oft spart die CDU-Koalition hier am falschen Ende, denn die Qualität einer Schule steht und fällt mit der Qualität an der Schnittstelle von Lehrern, Schülern und Eltern – im Schulsekretariat.

Torsten Bielan
2. stv. Fraktionsvorsitzender

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