Darstellung der aktuellen Situation und Vorlage einer Risikoprognose im Umfeld der Apollinarisstraße

Darstellung der aktuellen Situation und Vorlage einer Risikoprognose im Umfeld der Apollinarisstraße

Anfrage gemäß § 18 Geschäftsordnung für die Sitzung des Umweltausschusses am 21.09.2021

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir bitten für die Umweltausschusssitzung am 21.09.2021 um Darstellung der aktuellen Situation und um Vorlage einer Risikoprognose für die Apollinarisstraße in Horrem bzw. Götzenkirchen.

Begründung:

  1. Südlicher Abschnitt der Apollinarisstraße zwischen Sandweg und Autobahnbrücke A 4

Wir wurden in den letzten Monaten immer wieder von besorgten Autofahrern*innen, Radfahrern*innen und Spaziergänger*innen auf dem Weg zum Parkplatz am südlichen Ende der Apollinarisstraße beziehungsweise zum nahen Marienfeld, aber auch von einzelnen Anwohnern*innen der Apollinarisstraße, zu folgendem Sachverhalt angesprochen:

Im o. g. Bereich wird seit einer Reihe von Jahren im Bereich des dortigen sog. „Horremer Sprungs“ als Teil des sog. „Erftsprungs“ immer wieder ein ungewöhnlich langer, tiefer und breiter Fahrbahnriss sichtbar.
Dieser Riss ist sichtbarer Ausdruck der darunter verlaufenden tektonischen Störung mit einer Forcierung der Bodenbewegungen durch die großflächigen Grundwasserabsenkungen zur Sicherung der ehemaligen und aktuellen Braunkohlentagebaue.
Unser Stadtteil Horrem ist bekanntlich mittlerweile mehr als 2 Meter abgesackt. Dies bestätigte ein Vertreter des bergbautreibenden Unternehmens in der Umweltausschusssitzung am 19.09.2019 (TOP 3).

Dieser außergewöhnliche Riss verlief noch im Mai dieses Jahres diagonal von der dem Wohngebäude Apollinarisstr. 60 (westliche Fahrbahnseite) gegenüberliegenden östlichen Fahrbahnseite in gezackter Linie diagonal auf einer Länge von ca. 40 Metern über die Fahrbahn zum Gehweg an der westlichen Fahrbahnseite in Richtung Götzenkirchen. Siehe hierzu Fotos 1 – 3.

Dieser Teilbereich der Fahrbahn wird in gewissen Zeitabständen immer wieder neu provisorisch saniert, weil der Riss stets auf Neue auftaucht. Die letzte Sanierung fand im Juni 2021 statt.
Es war schweres Gerät im Einsatz. Die komplette Fahrbahn wurde abgefräst und als Ersatz von einer Schwarzkolonne mit Hilfe eines Fertigers eine neue Fahrbahndeckschicht (Schwarzdecke) aufgebracht. Siehe hierzu die beigefügten Fotos 4 – 6. Wir gehen davon aus, dass das bergbautreibende Unternehmen diese immer wiederkehrenden Fahrbahnsanierungsarbeiten bezahlt.
Dem Vernehmen nach sind auch an den in diesem Teilabschnitt an der westlichen Fahrbahnseite stehenden Wohngebäuden Rissbildungen aufgetreten.
Auch die unweit südlich befindliche große Autobahnbrücke über die A 4 hatte massive Setzungsschäden erlitten und musste sehr kostenaufwändig ersetzt werden.

Insbesondere dort, wo geologische Besonderheiten vorliegen, die eine gleichmäßige Bodensenkung verhindern, treten Bergschäden auf. Derartige geologische Besonderheiten existieren in unserem Stadtgebiet beispielsweise im Stadtteil Buir mit mehreren tektonischen Störungen und im Stadtteil Horrem (u. a. im Bahnhofsbereich, auf dem Höhenweg, der Clemensstraße und der Apollinarisstraße) sowie in Götzenkirchen mit mehreren schweren Gebäudeschäden, z. B. an der jahrelang nicht benutzbaren Kirche, dem ehemaligen, 2021 abgerissenen Schulpavillon sowie an einem vor mehreren Jahren abgerissenen Einfamilienhaus an der Hauptstraße in der Nähe der Beisselstraße.

  1. Nördlicher Abschnitt der Apollinarisstraße

In diesem Teilabschnitt wurden bereits vor einer Reihe von Jahren an der östlichen Fahrbahnseite mehrere Wohngebäude und ein großes Werkstattgebäude vollständig abgerissen.
Auch dieser Bereich kommt jedoch nicht zur Ruhe. Die offenbar weiter verlaufenden unregelmäßigen Bodensenkungen führten beispielsweise dazu, dass erst kürzlich im Jahr 2020 bei dem zweigeschossigen Wohnhaus Apollinarisstraße 17 der obere Wohnbereich abgerissen werden musste. Dieses Wohngebäude ist nunmehr nur noch eingeschossig vorhanden. Siehe Foto 7.

Aus dem Vorgetragenen erwächst bei den Menschen, besonders im unmittelbaren Umfeld der Apollinarisstraße, die Besorgnis, dass sich die nach wie vor aktiven Bodensetzungsbewegungen zukünftig unabsehbar auch auf die zahlreichen anderen Wohngebäude in beiden Teilabschnitten auf der westlichen Seite der Apollinarisstraße negativ auswirken werden.

Daher beantragen wir für die Umweltausschusssitzung am 21.09.2021 eine Darstellung der aktuellen Situation und die Vorlage einer Risikoprognose für die vollständige Apollinarisstraße.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Jenke
Kommissarischer Vorsitzender
SPD-Ortsverein Horrem/Neu-Bottenbroich

Daniel Fernandes
stv. Kommissarischer Vorsitzender
SPD-Ortsverein Horrem/Neu-Bottenbroich

 

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