Verstärkte Verwendung von Holzbaustoffen bei städtischen Neubaumaßnahmen – Antrag für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 01.09. sowie des Stadtrates am 08.09.2020

Verstärkte Verwendung von Holzbaustoffen bei städtischen Neubaumaßnahmen – Antrag für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 01.09. sowie des Stadtrates am 08.09.2020

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die SPD-Fraktion beantragt die Aufnahme des vorgenannten Tagesordnungspunktes für die Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Stadtrates und folgenden Beschluss zur Abstimmung zu stellen:

„Der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Stadtrat beschließt, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, inwieweit bei städtischen Neubaumaßnahmen verstärkt Holzbaustoffe eingesetzt werden können. Wenn möglich, sollten komplette Holzgebäude errichtet werden, beispielsweise für Schulen und Kindertagesstätten. Die zu verarbeitenden Holzbaustoffe müssen dabei eine ökologisch hochwertige Qualität aufweisen.“

Begründung:

Die verstärkte Nutzung von Holz als nachwachsendem Rohstoff ist ein aktuelles Thema als Folge der Klimakrise.
Mittlerweile ist Holz als Resultat von Stürmen sowie Dürre- und Hitzeperioden in großen Mengen auch auf dem deutschen Markt verfügbar. Viele Waldbesitzer sind auf Grund dieser negativen Großereignisse wirtschaftlich extrem geschädigt. Manche von ihnen können sich laut Medienberichten noch nicht einmal die Kosten für einen Abtransport der riesigen „ungeplanten“ Holzmengen leisten.
Hinzu kommt, dass es sich bei Holz um einen klimafreundlichen und nachwachsenden Rohstoff handelt und durch die Holzbauweise in den Gebäuden langfristig CO² gebunden wird.
Im Gegensatz dazu, werden bei der Herstellung von Beton und Stahl große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase erzeugt.
Hinzu kommt nach Medienberichten auf Grund des langjährigen weltweiten Baubooms eine sich abzeichnende allmähliche Erschöpfung der entsprechenden weltweiten Rohstofflagerstätten (Sand, Kies, Erze etc.).

Daher sollte auch die Kolpingstadt Kerpen zukünftig verstärkt Holzbaustoffe für Neubaumaßnahmen einsetzen. Dies möglicherweise auch in Hybrid-Bauweise, also in Kombination beispielsweise von Holz und Stein oder von Holz und Beton, soweit dies auf Grund statischer Anforderungen sowie z. B. des Schall- und Brandschutzes sinnvoll bzw. möglich/notwendig ist.

Die Erkenntnis, dass die Verwendung von Holz als Baustoff auch für Kommunen sinnvoll sein kann, verbreitet sich zunehmend. Beispielsweise hat der Rat der Stadt Köln Mitte 2019 mit großer Mehrheit die Verwaltung beauftragt, bei städtischen Neubauten in verstärktem Maße Holzbaustoffe einzusetzen.

Derzeit wird beispielsweise auch bei der Stadt Erftstadt im Rahmen der geplanten Errichtung einer Hochschule der Bau zumindest in teilweiser Holzbauweise diskutiert.

In diesem Zusammenhang sollte auch geprüft werden, inwieweit derartige klimafreundliche Bauweisen von Bund, Land oder EU gefördert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Lipp
Fraktionsvorsitzender

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