Pressemitteilung zur Zukunft der Erftlagune: SPD Kerpen legt umfassendes Maßnahmenpaket vor – Schwimmbad erhalten, Kosten senken, Personal schützen
Als Ergebnis vieler Gespräche während der Haushaltsberatungen und der aktuellen Diskussionslage hat die SPD-Fraktion Kerpen einen weitreichenden Antrag zur Zukunft der Erftlagune eingebracht. Die Sozialdemokraten machen darin erneut unmissverständlich klar: Eine ersatzlose Schließung des Bades für die Öffentlichkeit ohne verlässliche Anschlussversorgung ist eine rote Linie.
Um den Betrieb angesichts der angespannten Haushaltslage dennoch aufrechtzuerhalten, fordert die SPD tiefgreifende, aber sozial verträgliche Einschnitte, innovative Betriebsmodelle und einen strikten Investitionsstopp.
Kern des SPD-Antrags ist eine Neuausrichtung der Öffnungszeiten, die sich an den Bedürfnissen von Familien, Kindern und Jugendlichen orientiert. Die SPD lehnt eine Öffnung, die aus reinen Kostengründen erst in den Abendstunden beginnt, als unsozial ab. Das Bad muss ab der Mittagszeit und an den Wochenenden zugänglich sein. Im Gegenzug sollen wenig genutzte Randzeiten hart auf den Prüfstand gestellt werden.
Andreas Nagel, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, erklärt dazu:
„Ein Schwimmbad, das erst abends öffnet, schließt genau diejenigen aus, die es am dringendsten brauchen: unsere (Klein-)Kinder. Wir fordern bedarfsgerechte Öffnungszeiten ab der Mittagszeit. Das Frühschwimmen muss strikt evaluiert und auf maximal ein Bad im Stadtgebiet konzentriert werden. Sollten wir dort einen teuren Apparat für nur 10 Badegäste bezahlen, muss dieses Angebot gestrichen oder in die Hände eines Vereins oder einer Interessengemeinschaft übergeben werden. Eine komplette Schließung ohne Ersatz ist mit uns jedoch nicht zu machen – das wäre ein fataler Schlag gegen die Schwimmfähigkeit und die soziale Teilhabe in unserer Stadt.“
Um die Kosten für den Weiterbetrieb drastisch zu senken, unterstützt die SPD den breit besprochenen sofortigen Stopp aller nicht zwingend betriebsnotwendigen Investitionen.
Andreas Lipp, Vorsitzender der SPD-Fraktion, mahnt zu unkonventionellen Wegen:
„Wir verschließen nicht die Augen vor der katastrophalen Haushaltslage. Jeder Euro muss umgedreht werden. Teure Anschaffungen, wie etwa ein neues Kassensystem für eine ggf. sehr geringe Restlaufzeit von wenigen Jahren, sind schlichtweg unsinnig. Hier müssen wir bereit sein, Kröten zu schlucken. Anschaffungen dürfen nur noch getätigt werden, wenn sie das Bad zwingend offenhalten und in einen möglichen Neubau mitgenommen werden können. Zudem unterstützen wir den Bürgermeister, in seinem Ansinnen mit den Nachbarstädten zu sprechen. Wir müssen klären, ob ein gemeinsamer Badbetrieb oder gar ein interkommunaler Neubau die Lösung für die Zukunft ist.“
Die Kernforderungen der SPD im Überblick:
- Keine Komplettschließung: Erhalt der Erftlagune für die Öffentlichkeit, bis eine Anschlussversorgung mit einem Bad gesichert ist.
- Fokus auf Kinder und Familien: Öffnung ab der Mittagszeit und am Wochenende. Streichung oder Auslagerung (an Vereine/Initiativen) problematischer Randzeiten.
- Strikter Investitionsstopp: Nur noch zwingend notwendige Ausgaben, Prüfung günstiger Alternativen und Fokus auf Wiederverwendbarkeit bei einem Neubau.
- Interkommunale Lösung: Offizielle Gespräche mit umliegenden Kommunen über einen gemeinsamen Betrieb oder Neubau.
- Bürgerbefragung: Unterstützung des Vorschlags einer Bürgerbefragung parallel zur Landtagswahl. Die Verwaltung muss hierzu zeitnah den rechtlichen Zeitplan für die politische Beschlussfassung vorlegen.
Einen weiteren zentralen Punkt markiert die SPD beim Thema Arbeitsschutz. Der Einsatz eines Sicherheitsdienstes während der Sommermonate ist für die Fraktion unerlässlich. Durch die Öffnung des Außenbereichs und den starken Besucherandrang kam es in der Vergangenheit leider öfters zu Gefährdungssituationen für die städtischen Mitarbeitenden. Die SPD stellt klar: Wer das Bad im Sommer öffnet, muss auch das Personal schützen.
Andreas Lipp
SPD-Fraktionsvorsitzender

