Umsetzung des Pilotprojektes Fahrradstraße Alte Landstraße und Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Schützenstraße noch im Jahr 2026

Andreas Nagel

Andreas Nagel

Stadtverordneter

Umsetzung des Pilotprojektes Fahrradstraße Alte Landstraße und Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Schützenstraße noch im Jahr 2026
Antrag zur Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt am 22.09.2026

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die SPD-Fraktion beantragt, den folgenden Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt zu setzen.

Beschlussvorschlag

Der Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt beschließt:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, das Pilotprojekt Fahrradstraße auf der Alten Landstraße zwischen der Sindorfer Straße und der Einmündung Schützenstraße beziehungsweise Auf dem Bauer noch im Jahr 2026 umzusetzen.
  2. Die vorgesehenen Markierungen auf der Schützenstraße zwischen der Alten Landstraße und dem neu fertiggestellten Rad- und Fußweg zur Grünen Spange werden als kurzfristige Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit umgesetzt.
  3. Die Verwaltung legt dem Ausschuss in seiner nächsten Sitzung einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung des Pilotprojektes vor. Dieser muss die noch ausstehenden Arbeitsschritte, die jeweils verantwortlichen Stellen und die konkreten Umsetzungstermine enthalten.
  4. Sollten einzelne Bestandteile des Pilotprojektes aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht bis zum 31. Dezember 2026 umgesetzt werden können, sind die Gründe hierfür dem Ausschuss konkret und nachvollziehbar darzulegen. Gleichzeitig sind geeignete vorläufige Maßnahmen zur sicheren Führung des Radverkehrs umzusetzen.

Begründung

Bereits im Juni 2024 schlug die Verwaltung vor, die Alte Landstraße als Pilotprojekt für die erste Fahrradstraße in der Kolpingstadt Kerpen zu behandeln. Die Alte Landstraße wurde dabei bewusst ausgewählt, weil sie Bestandteil einer wichtigen Ost-West-Verbindung für den Radverkehr ist und an die Grüne Spange sowie weitere autofreie Wegeabschnitte anknüpft.

Seit der ersten Beratung sind inzwischen mehr als zwei Jahre vergangen. Erst im Jahr 2026 wurde dem Ausschuss ein erster Sachstand vorgelegt. Dieser beschränkte sich im Wesentlichen auf den Hinweis, dass verschiedene Akteure beteiligt werden müssten. Eine konkrete Planung, eine Kostenaufstellung, oder ein verbindlicher Zeitplan für die Umsetzung wurden weiterhin nicht vorgestellt.

Nach zwei Jahren darf die Beteiligung der notwendigen Stellen nicht mehr als Begründung dafür dienen, dass ein überschaubares Pilotprojekt noch immer nicht umgesetzt worden ist. Die Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde, dem ADFC und weiteren Beteiligten war von Beginn an Bestandteil des Vorhabens und hätte längst erfolgen können.

Durch die Fertigstellung des neuen Rad- und Fußweges zur Grünen Spange hat die Umsetzung zusätzlich an Dringlichkeit gewonnen. Der neue Weg verbessert die Verbindung für den Fuß- und Radverkehr erheblich. Seine sichere Anbindung an die Alte Landstraße ist jedoch weiterhin nicht hergestellt. Insbesondere im Bereich der Schützenstraße besteht eine Lücke in der sicheren Verkehrsführung.

Inzwischen wurde dem Vorsitzenden des Arbeitskreises „Verkehrsplanung und Verkehrssicherheit“ von einem Bürger eine konkrete gefährliche Situation an der Querung Alte Landstraße und Schützenstraße geschildert. Unabhängig von einer abschließenden Bewertung des Einzelfalls zeigt dieser Hinweis, dass die sichere Weiterführung des Radverkehrs nicht weiter aufgeschoben werden darf.

Die Markierungen auf der Schützenstraße müssen deshalb unabhängig von der vollständigen Einrichtung der Fahrradstraße kurzfristig umgesetzt werden. Es handelt sich um eine unmittelbar wirksame Maßnahme zur besseren Erkennbarkeit der Radverkehrsführung und zur Entschärfung des Querungsbereichs.

Das Pilotprojekt ist bewusst als Möglichkeit vorgesehen worden, Erfahrungen mit Fahrradstraßen in Kerpen zu sammeln. Ein Pilotprojekt erfüllt seinen Zweck jedoch nur, wenn es tatsächlich umgesetzt und anschließend ausgewertet wird. Nach mehr als zwei Jahren Planungszeit ist es nicht mehr ausreichend, erneut lediglich einen unverbindlichen Sachstand zur Kenntnis zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Nagel
Stadtverordneter