Sicherstellung der Vereinsinfrastruktur für Blau-Weiß Kerpen – Prüfung eines Interims-Sportlerheims bis zur Fertigstellung des Gesamtprojektes Europagymnasium

Andreas Nagel

Andreas Nagel

Stadtverordneter

Sicherstellung der Vereinsinfrastruktur für Blau-Weiß Kerpen – Prüfung eines Interims-Sportlerheims bis zur Fertigstellung des Gesamtprojektes Europagymnasium
Einberufung einer Sondersitzung des Ausschusses für Sport, Freizeit und Kultur am 16.09.2026

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die SPD-Fraktion beantragt eine Sondersitzung des Ausschusses für Sport, Freizeit und Kultur am 16.09.2026.

Die nächste ordentliche Sitzung des Ausschusses findet erst am 04.11.2026 statt. Angesichts der seit längerem bekannten Situation bei Blau-Weiß Kerpen und der weiterhin ungeklärten Perspektive für die Vereinsinfrastruktur halten wir diesen Zeitpunkt für zu spät.

Wie bereits in den vergangenen Ausschusssitzungen deutlich gemacht, erwartet die SPD-Fraktion eine finale Beschlussfassung noch in diesem Jahr sowie einen Beginn der Arbeiten nach Verabschiedung des nächsten Haushaltes. Damit der Ausschuss hierzu rechtzeitig beraten und entscheiden kann, ist eine zusätzliche Sitzung erforderlich.

Für die beantragte Sondersitzung ist folgender Tagesordnungspunkt auf die Tagesordnung zu setzen:

Sicherstellung der Vereinsinfrastruktur für Blau-Weiß Kerpen – Prüfung eines Interims-Sportlerheims bis zur Fertigstellung des Gesamtprojektes Europagymnasium 

Zu diesem Tagesordnungspunkt stellt die SPD-Fraktion folgenden Beschlussvorschlag zur Abstimmung:

Beschlussvorschlag

Die Verwaltung wird beauftragt,

  1. zu prüfen, wie dem Sportverein Blau-Weiß Kerpen spätestens mit Inbetriebnahme der neuen Sportplätze bis zur Fertigstellung des Gesamtprojektes Europagymnasium ein funktionsfähiges Interims-Sportlerheim zur Verfügung gestellt werden kann,
  2. verschiedene wirtschaftliche Umsetzungsvarianten – insbesondere in Container- oder Modulbauweise – einschließlich der jeweiligen Investitions- und Betriebskosten, möglicher Fördermöglichkeiten sowie der Umsetzungszeiträume darzustellen,
  3. den konkreten Raumbedarf gemeinsam mit dem Sportverein Blau-Weiß Kerpen zu ermitteln und hierbei insbesondere Umkleideräume, Duschen, Sanitäranlagen, Schiedsrichterräume, Lagerflächen sowie Aufenthalts- und Besprechungsräume zu berücksichtigen,
  4. zu prüfen, ob eine modulare Interimslösung nach dem Vorbild vergleichbarer kommunaler Projekte wirtschaftlich umgesetzt werden kann,
  5. dem Ausschuss für Sport, Freizeit und Kultur bis zur nächsten ordentlichen Sitzung am 04.11.2026 eine Entscheidungsgrundlage mit einer bevorzugten Umsetzungsvariante einschließlich Zeit-, Finanzierungs- und Kostenplan vorzulegen.

Begründung

Die SPD-Fraktion unterstützt ausdrücklich den Neubau der Sportanlagen am Standort des neuen Europagymnasiums sowie das Ziel, für Blau-Weiß Kerpen eine moderne und dauerhafte Vereinsinfrastruktur zu schaffen. Mit diesem Antrag soll sichergestellt werden, dass auch die Übergangszeit bis zur Fertigstellung des Gesamtprojektes im Sinne des Vereins, seiner Mitglieder und der Stadt gestaltet wird.

Mit dem Neubau der Sportanlagen erhält Blau-Weiß Kerpen eine langfristige und zukunftsfähige Perspektive. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die derzeitige Situation am Jahnstadion seit Jahren mit erheblichen Einschränkungen verbunden ist. Die bauliche Substanz der Bestandsgebäude ist deutlich in die Jahre gekommen und entspricht in vielen Bereichen weder den heutigen Anforderungen eines modernen Sportbetriebes, noch den Erwartungen an eine zeitgemäße Vereinsinfrastruktur.

Der bauliche Zustand führt zu Einschränkungen im täglichen Vereinsbetrieb. Bereits heute stehen dem Verein nur unzureichende Räumlichkeiten für Umkleiden, Besprechungen, Lagerung, Jugendarbeit sowie die ehrenamtliche Vereinsarbeit zur Verfügung. Diese Situation beeinträchtigt die Attraktivität des Vereinsstandortes erheblich und erschwert es, den steigenden Anforderungen eines modernen Sportvereins gerecht zu werden.

Mit dem Umzug an den neuen Standort bietet sich die Chance, diese Defizite nachhaltig zu beseitigen. Es wäre jedoch kontraproduktiv, wenn die neuen Sportplätze bereits genutzt werden könnten, die notwendige Vereinsinfrastruktur jedoch erst Jahre später zur Verfügung stünde.

Der Ausschuss für Sport, Freizeit und Kultur hat bereits den Neubau der Sportplätze am Standort des neuen Europagymnasiums beschlossen und die Verwaltung gleichzeitig beauftragt, Einsparpotenziale beim Vereinsheim zu prüfen.

Nach der aktuellen Projektplanung befindet sich das Gesamtprojekt bereits in der Ausführungsplanung. Gleichzeitig wird derzeit ausschließlich der Schulbereich umgesetzt. Die endgültige Vereinsinfrastruktur ist nach der derzeitigen Beschlusslage nicht Bestandteil der ersten Realisierungsphase. Dadurch entsteht voraussichtlich eine mehrjährige Übergangszeit zwischen der Fertigstellung der Sportplätze und der Realisierung des endgültigen Sportlerheims.

Die SPD-Fraktion hält es daher für erforderlich, dass der Sportverein Blau-Weiß Kerpen die neuen Sportanlagen von Beginn an unter angemessenen Bedingungen nutzen kann. Ein geordneter Trainings- und Spielbetrieb setzt neben den Sportflächen auch geeignete Umkleide- und Sanitäreinrichtungen, Schiedsrichterräume, Lagerflächen sowie Möglichkeiten für Besprechungen, Jugendarbeit und die ehrenamtliche Vereinsarbeit voraus.

Als Referenz kann die von der Stadt Würselen geplante Interimscontaineranlage für den VfR Linden-Neusen dienen. Dort wird während der Bauphase eines neuen Schul- und Vereinsstandortes eine temporäre Sportlerheim-Infrastruktur unter anderem mit Umkleiden, Duschen, Sanitäranlagen, Schiedsrichterbereich und Clubraum vorgesehen. Das Beispiel zeigt, dass derartige Übergangslösungen bei kommunalen Schul- und Sportstättenprojekten praktisch umsetzbar sind. Die konkrete Größe, Ausstattung und Kostenstruktur für Kerpen sind jedoch eigenständig und bedarfsgerecht zu prüfen

Die Verwaltung soll daher auf Grundlage des tatsächlichen Bedarfs von Blau-Weiß    Kerpen eine wirtschaftliche und bedarfsgerechte Interimslösung entwickeln und dem Ausschuss zur Entscheidung vorlegen. Das Beispiel aus Würselen zeigt, dass derartige Übergangslösungen bei kommunalen Schul- und Sportstättenprojekten inzwischen bewährte Praxis sind und einen geordneten Vereinsbetrieb während mehrjähriger Bauphasen sicherstellen.

Darüber hinaus bietet eine frühzeitige Verlagerung des Vereins an den neuen Standort einen weiteren erheblichen Vorteil für die Kolpingstadt Kerpen. Das Gelände des heutigen Jahnstadions befindet sich in zentraler Lage innerhalb der Innenstadt und stellt ein bedeutendes städtebauliches Entwicklungspotenzial dar. Je früher der Sportbetrieb vollständig auf den neuen Standort verlagert werden kann, desto eher steht das Areal für eine geordnete städtebauliche Entwicklung, eine sinnvolle Nachnutzung und die weitere Aufwertung der Kerpener Innenstadt zur Verfügung. Eine funktionierende Interimslösung unterstützt daher nicht nur den Verein, sondern beschleunigt zugleich die Entwicklung eines wichtigen innerstädtischen Zukunftsstandortes.

Mit einer solchen Interimslösung wird gewährleistet,

  • dass die neuen Sportplätze unmittelbar nach ihrer Fertigstellung vollständig genutzt werden können,
  • dass der Trainings- und Spielbetrieb ohne Einschränkungen aufgenommen werden kann,
  • dass die Attraktivität des Vereinsstandortes deutlich verbessert wird,
  • dass die ehrenamtliche Vereinsarbeit und die Jugendarbeit bestmöglich unterstützt werden,
  • dass die erheblichen Investitionen in die neue Sportanlage von Beginn an ihren vollen Nutzen entfalten,
  • dass bis zur Fertigstellung des endgültigen Sportlerheims keine Versorgungslücke für den Vereins- und Breitensport entsteht und
  • dass das Gelände des heutigen Jahnstadions frühzeitig für die weitere städtebauliche Entwicklung der Kerpener Innenstadt zur Verfügung steht.

Die SPD-Fraktion bittet den Ausschuss daher, die Verwaltung mit der Erarbeitung einer wirtschaftlichen und zeitnah realisierbaren Interimslösung zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Nagel
Stadtverordneter und sportpolitischer Sprecher

Michael Kohllöffel
Stadtverordneter

Alexander Kaiser
Sachkundiger Bürger