Gemeinsamer Antrag von SPD und Die Linke auf Aufstellung aller tatsächlich angefallenen Kosten für das Freibad Türnich in den letzten beiden Jahren zur Vorlage für den „Runden Tisch Bäder“
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
hiermit beantragen wir eine Aufstellung aller tatsächlich angefallenen Kosten für das Freibad Türnich der letzten beiden Jahre (2025/2024) zur Vorlage für den „Runden Tisch Bäder“. Dies soll in einer Form erfolgen, woraus ersichtlich wird, welche Mittel im Haushalt ursprünglich veranschlagt wurden und welche Beträge tatsächlich abgerufen werden mussten. Zu diesen Beträgen erbitten wir eine detaillierte Aufstellung (Welche Arbeiten wurden zu den verschiedenen Posten, z.B. Auswinterung durchgeführt und welche Kosten sind für die einzelnen Maßnahmen entstanden). Unter dem Posten „Personalkosten“ erbitten wir eine Aufstellung, welche tatsächlichen Lohnkosten für die eingesetzten Kräfte entstanden sind und welche Beträge an Personaldienstleister abgeführt werden mussten.
Begründung:
Die Haushaltslage unserer Kommune verlangt es, dass alle Ausgaben in einem gesunden Verhältnis zu den finanziellen Möglichkeiten unserer Kolpingstadt stehen. Diese wirtschaftliche Situation verlangt jedoch ebenfalls, dass wir die zur Verfügung stehenden Mittel so klug und effizient wie möglich verwenden. In den uns vorliegenden Zahlen zu den veranschlagten Kosten für das Freibad Türnich erscheinen uns einige Kostenpunkte als „sehr hoch“ angesetzt. Hier möchten wir uns gerne einen Überblick verschaffen, ob diese Posten tatsächlich abgerufen werden mussten und wodurch diese aus unserer Sicht „hohen“ Kosten entstanden sind.
In Vorbereitung auf unseren Bürgerdialog zum Freibad Türnich sowie der umfassenden Vorbereitung auf den „Runden Tisch Bäder“ haben wir den Austausch mit unterschiedlichen Betreibern von Schwimmbädern aus dem Rhein-Erft-Kreis gesucht. Hier war der allgemeine Tenor: „Ja, die Inflation sowie steigende Energiepreise/Personalkosten machen den Betrieb von Bädern teurer.“ Aber ein weiterer Grund für die steigenden Kosten für Bäder sind die Verwaltungen selbst. Langwierige Planungs- und Vergabeverfahren für Wartung und Reparatur binden städtische Mitarbeiter und steigern am Ende die Kosten für die jeweiligen Maßnahmen.
Eine oft zu kurzfristige Personalplanung (wie auch in diesem Jahr) sorgt dafür, dass kein zuverlässiger Personalstamm gebildet werden kann und somit jedes Jahr auf Personaldienstleister zurückgegriffen wird. Dies steigert die Personalkosten erheblich.
Da dieses enge Korsett der Verwaltung viele Kommunen bei dem Betrieb ihrer Bäder vor große Herausforderungen stellt, bilden wir als alleiniger städtischer Träger von Schwimmbädern längst nicht mehr die Regel, sondern sind auf dem Weg eine Ausnahmeerscheinung zu werden.
Als gutes Beispiel könnte hier z.B. unsere Nachbarkommune Bergheim gelten. Hier stand bereits vor ca. 20 Jahren die Bäderlandschaft vor dem Aus. Durch die Gründung des „Schwimmpool e.V“, werden die städtischen Mittel an den e.V. übertragen. Dadurch entwickelt sich ein deutlich effektiverer und lösungsorientierter Einsatz von Haushaltsmitteln, da notwendige Investitionen nicht durch lähmende städtische Prozesse verlangsamt und monetär in die Höhe getrieben werden. Weiterhin gelingt es durch die Vereinsstruktur Mitarbeiter frühzeitig zu rekrutieren und langfristig zu binden. Dies führt zu einer deutlichen Reduktion von Haushaltsmitteln und schafft Freiräume für den Betreib der bestehenden Badeeinrichtungen.
Um diese Faktoren in Bezug auf unsere Kolpingstadt kritisch zu überprüfen, bitten wir um die beantragte detaillierte Kostenaufstellung.
Mit freundlichen Grüßen
Jennifer Nieswandt
Stadtverordnete SPD
Stefan Nicodemus
Sachkundiger Bürger SPD
Annetta Ristow
Stadtverordnete Die Linke

